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A-1 Arbeitsprogramm des Juso-Landesvorstands für das Arbeitsjahr 2018/2019

AntragstellerInnen: Landesvorstand

Arbeitsprogramm des Juso-Landesvorstands für das Arbeitsjahr 2018/2019

„Sozial 4.0 – Unsere Zukunft: frei, gerecht und digital!”, „Zeit für neue Gerechtigkeit - Jetzt. Global. Für alle!” und „Unser Europa: Grenzenlos und Sozial” – wer sich diese Titel der Arbeitsthemen der vergangenen drei Jahre anschaut, dem wird schnell klar: Die Jusos Baden-Württemberg erkennen die zukunftsweisenden Themen und schrecken auch vor komplexen inhaltlichen Fragen nicht zurück!
Wir als Jusos Baden-Württemberg sind der inhaltliche Motor der SPD im Land und wollen dies auch in Zukunft bleiben. Mit unserer starken Arbeit haben wir bewiesen, dass wir die politische Stimme der jungen Generation sind und dabei proaktiv herausfordernde Fragen der Zukunft bearbeiten.
An unserer starken Leistung unter anderem im Hinblick auf die Einbindung unserer Neumitglieder, auf die Arbeit in unseren Regionen vor Ort und auf unser Engagement in der SPD wollen wir festhalten. Im kommenden Arbeitsjahr werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen, die unsere Gesellschaft und unser Land neben der Digitalisierung vor den größten Strukturwandel stellen wird. Bei wenigen Fragen wird die SPD rückständiger wahrgenommen und kaum eine Frage ist für die Gerechtigkeit global, aber auch zwischen den Generationen von größerer Bedeutung. Wir fragen uns: Wie gestalten wir die ökosoziale Wende?
Uns Jusos Baden-Württemberg ist klar: Wir können den Wohlstand global und vor Ort nur dann erhalten und gerechter verteilen, wenn wir für eine grundlegend geänderte Form des Wirtschaftens, des Ressourcenverbrauchs, der Energiegewinnung und der internationalen Übernahme von Verantwortung für den Klimawandel Antworten bereithalten können. Die SPD konnte hierfür bislang wenig glaubwürdige Antworten bereitstellen. Diese zu erarbeiten und aktiv in die Sozialdemokratie hineinzutragen, muss unsere Aufgabe als Jusos Baden-Württemberg sein.
Wir haben nur einen Planeten – UNSERE ökosoziale Wende
In den beiden Projektgruppen „Hier bei uns” und „In der Welt” werden wir uns während zwei Politikwerkstätten und auf dem WIR-Kongress ausführlich damit auseinandersetzen, welche Herausforderungen national und international auf uns warten und wie diese gelöst werden können.
Die Arbeitsgruppe „Hier bei uns“ wird sich mit allen Fragen der ökosozialen Wende in Deutschland beschäftigen. Deutschland wird international für viele als Vorreiter im Bereich des Klimaschutzes und der Auseinandersetzung mit der Energieversorgung wahrgenommen. In der Vergangenheit wurden bereits einige herausragende Projekte umgesetzt, die bei weitem aber noch nicht, ausreichen um die Probleme der Zukunft zu lösen. So hat Deutschland etwa im Bereich des Ressourcenverbrauchs, des CO2-Ausstoßes und der Mobilität noch immer große Defizite, die politisch dringend gelöst werden müssen.
Das ökologische Vorzeigeprojekt der vergangenen Jahrzehnte ist die Energiewende. Für uns muss sich die Frage stellen, ob mit der Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Einfamilienhäusern und dem Bau von Windrädern das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist. Gleichzeitig müssen wir Ideen erarbeiten, wie wir die BürgerInnen in unserem Land stärker davon überzeugen können, dass die Energiewende notwendig ist und die fossile und nukleare Energieversorgung in der Zukunft keinen Platz haben wird.
Wir müssen uns mit der bisher sehr emotional geführten Diskussion um die Frage, in welcher Art und Weise Deutschland den Ausstieg aus der Kohle gestalten will, auseinandersetzen. Wir wollen als Jusos Konzepte für die Mobilitätswende in Baden-Württemberg erarbeiten, die dazu beitragen, dass unser Automobilstandort auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Und wir wollen den großen Themenkomplex Ökologie und Naturschutz auf Deutschland übertragen und dazu die Frage beantworten, welche Auswirkungen der Klimawandel auf das Leben in unserem Land haben wird. Im Fokus soll dabei auch wesentlich die Auswirkungen auf und Chancen für unsere Arbeitswelt stehen.
Doch der Klimawandel betrifft nicht nur uns hier in Baden-Württemberg und Deutschland. Die Veränderungen des Klimas und der Umwelt sind DIE globalisierte Herausforderung und erfordern internationale und globale Antworten und Anstrengungen. Als internationalistischer Verband ist es unser Anspruch, diese zu formulieren und zu gestalten.
Um dies zu erreichen, wollen wir uns in der Arbeitsgruppe „In der Welt“ mit den globalen Folgen unseres Konsumverhaltens, Handelns und Wirtschaftens beschäftigen und uns Umweltverschmutzung und Ausbeutung im globalisierten Wettbewerb widmen. Wir wollen globale Antworten auf die Verschmutzung der Umwelt und Weltmeere entwickeln und nach möglichen Strategien gegen das Artensterben suchen.
Darüber hinaus wollen wir uns auch hier den Folgen des Klimawandels stellen: Wie werden sich steigende Temperaturen und Meeresspiegel, zunehmende Wetterextreme und der Verlust von einzigartigen Ökosystemen auswirken? Wie können wir diese Entwicklungen verhindern oder, wenn nicht möglich, die Auswirkungen möglichst geringhalten? Wie lauten die sozialdemokratischen Antworten auf Ressourcenmangel? Wie lautet unsere Antwort auf die fundamentale Ungerechtigkeit des Klimawandels, dass die Folgen des sich verändernden Klimas vor allem Entwicklungsländer treffen werden und nicht die reichen Industrienationen? Und wie wollen wir beispielsweise auf die sicherheitspolitischen Konsequenzen des Klimawandels reagieren, wie Kriege um Wasser oder Instabilität infolge von Klimaflucht?
Neue und bewährte Formate: Veranstaltungen im Arbeitsjahr
Wir wollen im kommenden Arbeitsjahr mit unseren Veranstaltungsformaten neue Wege gehen. Dabei streben wir an, die Verbandswochenenden in Politikwerkstätten weiterzuentwickeln. In diesen soll unter der Überschrift „Jusos BW – Arbeiten an morgen” weiterhin ein in Workshops organisierter, informeller Austausch von Meinungen und Positionen stattfinden, um an unseren politischen Inhalten und Zielen zu arbeiten. Gleichzeitig wollen wir jedoch stärker als bisher auch tagesaktuelle Fragen in den Politikwerkstätten aufgreifen, offene Formate erproben und den TeilnehmerInnen den Raum zum Austausch und zur Vernetzung bieten.
Auch im kommenden Arbeitsjahr werden wir einen WIR-Kongress ausrichten. Dieser hat sich als fester Bestandteil des Landesverbandes etabliert und konnte im letzten Arbeitsjahr bereits zum sechsten Mal ausgerichtet werden. Wir stehen auch weiterhin hinter der Idee eine Veranstaltung auszurichten, die betont, dass wir Jusos trotz aller inhaltlicher Unterschiede mehr gemeinsam haben als uns trennt.
KommunalwahlJusos in die Räte
Jusos machen Kommunalpolitik mit Leidenschaft. Bei den Kommunalwahlen 2014 konnten viele junge Menschen für die SPD WählerInnen gewinnen. Zahlreiche Jusos vertreten sozialdemokratische Politik in Gemeinderäten und Kreistagen.
Um noch mehr Jusos fit für Kommunales zu machen, wird es zielgerichtete Bildungsangebote geben. Für den Sprung in Verantwortung vor Ort wird der Juso-Landesverband Bausteine und Materialien für starke Kommunalkampagnen in den Städten und Kreisen anbieten. Um digital erfolgreich aufzutreten, werden maßgeschneiderte Vorlagen und Grafiken bereitgestellt. Durch inhaltliche Oberthemen können wichtige Themen vor Ort zugespitzt werden.
Europawahl – „Mach Europa zu Deinem Europa”
Parallel zu den Kommunalwahlen findet im Mai kommenden Jahres die Europawahl statt. Ein ganzer Kontinent wählt in diesem Zeitraum die Abgeordneten des einzigen direktgewählten supranationalen Parlaments der Welt. Unsere Positionen für ein Europa der Zukunft haben wir im letzten Arbeitsjahr erarbeitet. Wir wollen nun unsere Ideen in konkrete Politik umsetzen und den Europawahlkampf als Plattform nutzen. Unser Anspruch ist es, den Europawahlen einen neuen Stellenwert neben den Kommunalwahlen zu geben.
Zu diesem Zweck wollen wir unter dem Motto „Mach Europa zu deinem Europa” Wahlkampf machen. Hierfür wollen wir in den acht größten Städten Baden-Württembergs gemeinsam mit Kandidierenden für das Europaparlament und Kandidierenden für die Kommunalwahl vor Ort Aktionen zur Europawahl durchführen. Zudem wollen wir die Jusos im Europawahlkampf mit einem eigenen Flyer und Aktionspaketen mit kreativen Wahlkampfideen für den Europawahlkampf unterstützen.
Tagesseminare
Neben unserer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der ökosozialen Wende wollen wir mit Tagesseminaren zu unterschiedlichen Themen unseren inhaltlichen Blickwinkel erweitern.
Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern steht seit jeher im Mittelpunkt sozialdemokratischer Politik. Die #metoo-Kampagne zeigt uns, dass Sexismus und herablassendes Verhalten gegenüber Frauen in unserer Gesellschaft ein großes Problem sind. Wir werden uns als Jusos Baden-Württemberg im nächsten Arbeitsjahr bei einem Tagesseminar mit „Sexismus im Alltag” befassen. Wir sensibilisieren unsere Mitglieder und erarbeiten Wege, was jede und jeder einzelne von uns in ihrem und seinem direkten Umfeld gegen Sexismus tun kann.
Jusos im Schulalter sind aktiver Teil unserer politischen Arbeit und übernehmen in den AGen, Kreisverbänden und auf Landesebene Verantwortung. Ihre Ansichten und Erfahrungen bereichern uns Jusos Baden-Württemberg.
Wir wollen zu diesem Zweck auch weiterhin im Rahmen unserer Veranstaltungen Vernetzungsmöglichkeiten für SchülerInnen und Azubis anbieten. Zudem wollen wir im kommenden Arbeitsjahr speziell für diese Jusos ein Tagesseminar organisieren, das einerseits weitere Möglichkeit zu Vernetzung und Austausch sowie methodische und inhaltliche Schulungsangebot bietet. Im Rahmen dieses Tagesseminars soll die Frage, wie man SchülerInnen für die Jusos und die Sozialdemokratie gewinnen kann, ebenso behandelt werden wie Möglichkeiten, wie SchülerInnen die Inhalte der Jusos und der SPD in die Schulen und Vertretungen wie SMVen tragen können.
Einen Azubi-Tag wollen wir als attraktives Angebot nicht nur für Mitgliedern, sondern auch gezielt für Interessierten bereitstellen. Auf eine gemeinsame Umsetzung mit bereits aktiven Mitgliedern und eine Verknüpfung mit Gewerkschaften legen wir großen Wert. Im Jahr 2018 haben wir nur einen geringen Teil an Auszubildenden und jungen Arbeitnehmenden, die aktiv bei den Jusos Baden-Württemberg mitmachen. Wir werden diese Zielgruppe zusammenbringen und gemeinsam an relevanten Themen arbeiten, um eine breite Vernetzung sicherzustellen
Eine Gesellschaft ohne Armut – unsere Vision
Wir Jusos Baden-Württemberg haben viele Dimensionen der Armut in den letzten Jahren beleuchtet. Die Perspektive auf Armut durch unser Wirtschaftssystem, die Ausgestaltung unserer Sozialversicherungssysteme, durch welche Altersarmut, Armut durch Erwerbslosigkeit und Krankheit noch immer nicht wirkungsvoll bekämpft werden kann und auch die Frage globaler Armut.
Doch noch immer ist Armut in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Während Neoliberale und Konservative Kräfte in unserem Land und in Europa diese noch immer als selbstverschuldeten Zustand verstehen, verstehen wir Jusos es als Aufgabe einer solidarischen und sozialen Gesellschaft, Armut zu bekämpfen und den Menschen, die wirtschaftlich schwächer gestellt sind, ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Bei einem Tagesseminar wollen wir die Folgen von Armut beleuchten. Nachdem wir Armut in den vergangenen Jahren vor allem aus politischer Sicht analysiert und umfangreiche Konzepte gegen diese erarbeitet haben, wollen wir bei dem Tagesseminar insbesondere Betroffene zu Wort kommen lassen, die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte reflektieren und beleuchten, welche politischen Instrumente im Kampf gegen Armut sich auch in der Praxis als wirkungsvoll erwiesen haben.
Neumitglieder
Herzlich Willkommen bei den Jusos! Das sagen wir nicht nur, sondern meinen es auch genau so. In den letzten Monaten haben hunderte junger Menschen den Mitgliedsantrag für die Jusos oder die SPD unterschrieben. Wir laden alle Neuen ein, mitzumachen. Neben den bereits bekannten Neumitgliederseminaren werden wir neue Jusos noch besser einbinden und begrüßen.
Und weil wir auch weiterwachsen wollen, bieten wir den Kreisverbänden Mitmachaktionen zum Sommer und zum Schulbeginn. Zusammen mit den Juso-Hochschulgruppen planen wir die Campustour, um Studierende für uns zu gewinnen. Gemeinsam gestalten wir Sozialdemokratie.
Frauenempowerment
Für uns Jusos Baden-Württemberg ist es für eine konstruktive und gute politische Arbeit essentiell, dass sich Frauen aktiv in die Politik einbringen und eine starke Rolle in unserem Verband einnehmen. Um dies weiter zu fördern, werden wir uns auch im kommenden Arbeitsjahr wieder intensiv für Frauenempowerment einsetzen. Ein besonderer Fokus soll dabei erneut auf Veranstaltungskonzepten wie dem „Women´s meet up!“ liegen, um weibliche Mitglieder zu vernetzen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Stärken und Kompetenzen in einem geschützten Raum durch konkrete Workshops und intensiven Austausch zu fordern und zu fördern und sie auf eine aktive Teilnahme an Landesverbandsveranstaltungen vorzubereiten. Diese Treffen sollen darüber hinaus auch zur Vernetzung in lockerer Atmosphäre dienen.
Jusos für alle
Vielfalt und Toleranz prägen unsere Zusammenarbeit innerhalb der Jusos Baden-Württemberg und sind für uns Maßstab für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Wir wollen in einem Land leben, dass es jede und jedem selbst überlässt, wie und in welcher Form sie oder er leben und lieben möchte. Wir werden auch weiterhin als Jusos Baden-Württemberg aktiv an den verschiedenen Christopher-Street-Days überall in Baden-Württemberg teilnehmen und auch auf diese Weise unsere Vorstellung von einer offenen und vielfältigen Gesellschaft nach außen tragen.
Sexismus, Chauvinismus und ausgrenzendes Verhalten tolerieren wir als Jusos weder in unserer Gesellschaft, noch innerhalb unserer eigenen Reihen. Im vergangenen Jahr haben wir als AnsprechpartnerIn für jegliche Form von Vorfällen, Übergriffen und kritischem Verhalten eine Ombudsperson benannt. An diesem Verfahren wollen wir festhalten, um auch weiterhin allen Jusos die Möglichkeit zu geben, sich in kritischen Situationen an eine Vertrauensperson wenden zu können und inakzeptablem Verhalten vorzubeugen. Zum Ende dieses Arbeitsjahres wollen wir unsere bisherigen Bemühungen auf den Prüfstand stellen und, sofern notwendig, korrigierend tätig werden.
Mitmachen für alle geht bei uns nicht nur analog und vor Ort. Daher ist: Zeit für ein neues Level! Das JuCon ist bekannt, das JuCon wird genutzt, aber das JuCon kann noch mehr. Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Tech-Team wandeln wir unsere digitale Plattform zu einem interaktiven Mitmachangebot. Vernetzung in den Regionen, thematische Zusammenarbeit und ein breitgefächertes Serviceangebot für Kreisverbände warten im kommenden Jahr.
Jusos vor Ort und im Dialog: Unsere Bündnisarbeit
Unter dem Stichwort „Jusos vor Ort“ wollen wir uns im kommenden Jahr unter anderem mit anderen Arbeitsgemeinschaften und Gliederungen der SPD treffen. Neben eigenen Organisationen werden wir den Austausch mit Gewerkschaften, traditionellen, neuen und potenziellen befreundeten Organisationen gezielt angehen. Dieser Austausch ist für unsere Arbeit eine wertvolle Bereicherung, denn nur so können wir die gesellschaftlichen Mehrheiten erringen, um unsere Beschlusslagen in die Realität umzusetzen.
Wir wollen im kommenden Jahr noch stärker als bisher den Dialog mit Akteurinnen und Akteuren in Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Medien und Kultur suchen. Durch Besuche von Einrichtungen und Unternehmen wollen wir einen Einblick in deren Arbeit gewinnen.
Aktiv in der Arbeit gegen Rechts
72 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur sitzen wieder Rechtsradikale in einem gesamtdeutschen Parlament. Für uns ist das Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl Mahnung und Auftrag zugleich. Wir müssen vor Ort und im Land unseren Einsatz im Kampf gegen Rechts verstärken.
Wir werden uns den Rechten auf der Straße entgegenstellen und die Kreisverbände bei der Organisation und Teilnahme von Demonstrationen unterstützen. Um Engagement gegen Rechts überall zu unterstützen, wollen wir den Newsletter zur Arbeit gegen Rechts evaluieren und gegebenenfalls weiterentwickeln. Im Rahmen der Politikwerkstätten und des WIR-Kongresses werden wir unsere Mitglieder auch weiterhin gezielt im Umgang mit rechter Propaganda schulen und unterstützen.
Gemeinsam mit der Landtagsfraktion wollen wir auch die Landespolitik nutzen, um Instrumente wie das landesweite Präventionsprogramm gegen Rechts zu einem wirkungsvollen Instrument zu machen. Die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses im Landtag wollen wir auch im kommenden Arbeitsjahr kritisch und konstruktiv begleiten.
Regioarbeit
Die politische Arbeit der Jusos Baden-Württemberg lebt von aktiven Arbeitsgemeinschaften und Kreisverbänden. Die Regionen wirken als erfolgreiches, koordinierendes Bindeglied zwischen den Kreisverbänden und der Landesebene. Die RegiobetreuerInnen unterstützen als AnsprechpartnerInnen für verschiedenene Belange. Sie werden neben den Regiokonferenzen der Kern unserer Arbeit in den Regionen sein.
Wir wollen prüfen, ob und wie wir Teile des bestehenden Systems der Regionen reformieren. Dazu gehören beispielsweise der Zuschnitt der Regionen sowie die Anzahl und Länge der Regiokonferenzen. Ebenfalls wollen wir prüfen, inwiefern wir Regioarbeit auch in digitaler Form durchführen können. Diese Reformen werden wir im Dialog mit den Kreisverbänden entwickeln und durchführen.
Über das Jucon wollen wir im vergangenen Jahr konzipierte Möglichkeiten zur Vernetzung zwischen den Kreisverbänden etablieren. Dazu gehören Regionalgruppen mit eigenen Regionalkalender sowie Möglichkeiten, damit von den Kreisverbänden ausgehend gemeinsam gearbeitet werden kann.
Bundesverband
Im neuen Arbeitsjahr werden wir als Jusos Baden-Württemberg die Arbeit des Bundesverbandes weiterhin aktiv und konstruktiv begleiten und diese durch unser Engagement in den Projektgruppen, bei Veranstaltungen und sonstigen Angeboten bereichern. Unser Ziel bleibt es, durch unsere Anträge, Änderungsanträge und Wortbeiträge beim Bundeskongress und im Bundesausschuss die Arbeit auf Bundesebene zu prägen. Für uns steht dabei im Mittelpunkt für unsere Inhalte und Beschlüsse Mehrheiten zu gewinnen und so die Beschlusslage der Bundesjusos zu bereichern.
Der Erneuerungsprozess der Sozialdemokratie darf aus unserer Sicht auch vor den Jusos auf Bundesebene nicht Halt machen. Wir wollen uns als Jusos Baden-Württemberg weiterhin dafür stark machen, dass organisatorische Reformen angestoßen werden, die den Austausch zwischen den Landesverbänden und dem Bundesverband erhöhen und inhaltliche Abstimmungen auch während des Arbeitsjahres möglich machen.
Zusammenarbeit mit den Juso-Hochschulgruppen
Wir wollen auch im kommenden Arbeitsjahr unsere enge Zusammenarbeit mit den Juso-Hochschulgruppen im Land fortführen: Sie sind in allen hochschulpolitischen Belangen unsere wichtigsten Partnerinnen und Partner, sei es beim Thema Studiengebühren, Zukunft der Verfassten Studierendenschaft oder beim landesweiten Semesterticket. Zu diesem Zweck werden wir weiterhin ein Mitglied der Landeskoordination der Hochschulgruppen in den Juso-Landesvorstand kooptieren, um einen engen Austausch zu gewährleisten. Wir wollen auch im kommenden Jahr gemeinsame Pressemitteilungen und Kampagnen organisieren, wo immer dies möglich ist. Gemeinsam mit den Hochschulgruppen Bündnisarbeit und Vernetzung zu intensivieren, ist uns ein Anliegen, beispielsweise mit der Landesastenkonferenz oder dem Bündnis „Nein zu Studiengebühren“.
In Kooperation mit den Hochschulgruppen vor Ort und der Landeskoordination wollen wir zu Beginn des Wintersemesters eine Campus-Tour organisieren, um gezielt Menschen für die Sozialdemokratie zu begeistern. Darüber hinaus werden wir im kommenden Jahr prüfen, wie eine engere Vernetzung zwischen den Juso-Kreisverbänden und den Hochschulgruppen vor Ort noch besser gelingen kann.
Wir wollen den Juso-Hochschulgruppen im kommenden Arbeitsjahr eine Möglichkeit geben, noch stärker Teil unserer digitalen Strukturen zu werden. Dazu soll ihr Angebot über das Jucon ausgebaut werden, beispielsweise durch Best Practices und Vorlagen, die dort geteilt werden.
Unsere Arbeit in der SPD
Das kommende Arbeitsjahr wird für die SPD in Baden-Württemberg ein entscheidendes Jahr werden. Ende 2018 soll der Erneuerungsprozess der Landespartei seinen Abschluss finden. Die Jusos Baden-Württemberg haben sich immer als inhaltlicher und innovativer Motor der Partei verstanden. Daran müssen und wollen wir festhalten. Alle Entscheidungen, die heute getroffen werden, haben direkten Einfluss auf die Zukunft der SPD und damit auf unsere Zukunft. Wir dürfen uns diese Zukunft nicht aus der Hand nehmen lassen und werden uns daher weiterhin konstruktiv und mit einem kritischen Blick einbringen. Mit einem guten Miteinander zwischen jungen und erfahrenen Genossinnen und Genossen können wir erreichen, dass die SPD gestärkt aus dieser schwierigen und frustrierenden Lage herausfinden wird.
Neben der strukturellen Erneuerung müssen wir uns auch darüber Gedanken machen, welche Themen wir langfristig platzieren wollen. Der auf dem Landesparteitag in Donaueschingen beschlossene Weg, eine Vision über unser „Baden-Württemberg 2030” zu formulieren, ist für uns eines der entscheidenden Kriterien für den Erfolg der SPD bei der nächsten Landtagswahl. Unser oberstes Ziel muss es sein, 2021 eine/n sozialdemokratische/n Ministerpräsident/in zu haben. Dies erreichen wir nur, wenn wir in der Lage sind, den Bürgerinnen und Bürgern in Baden-Württemberg aufzuzeigen, wie die Zukunft unseres Bundeslandes mit der SPD aussehen wird. Die Jusos Baden-Württemberg werden sich aktiv in die Erarbeitung dieser Vision einbringen und die inhaltliche Berücksichtigung der Themen fordern, die vor allem die jungen Menschen in unserem Land beschäftigen.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Na, wie wäre es mit einer neuen Homepage? Wird mal Zeit, oder? Daher nehmen wir uns Zeit für eine neue Zeit auf www.jusos-bw.de. Orientiert an unseren Online-Zielgruppen brauchen wir nicht nur eine neue Verpackung sondern auch ansprechende Inhalte. Gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Online-Team und in Zusammenarbeit mit relevanten NutzerInnengruppen machen wir unseren digitalen Erstkontakt nützlich und schick.
Außer auf unserer eigenen Seite werden wir weiterhin digitale Kanäle mit dem Social-Media-Team nutzen, um über unsere Arbeit zu sprechen. Und damit wir nicht in unserer Blase bleiben machen wir gute Pressearbeit um weiterhin in der Fläche des Landes gehört zu werden.
KONTRA
Das KONTRA ist das Meinungsforum aller Jusos und bietet journalistisch begeisterten Mitgliedern die Möglichkeit zum Ausprobieren, Austoben und Mitgestalten. Der Ausbau des Redaktionsteams und die Schulung der neuen Aktiven wird zunächst die zentrale Herausforderung für die Chefredaktion sein. Am bewährten Konzept des crossmedialen Charakters halten wir durch die Beibehaltung und Stärkung des gedruckten Verbandsmagazins, des Online-Debattenblogs und der KONTRA TV-Podcast-Sparte fest. Das KONTRA Magazin erscheint zweimal im Jahr, die Abozahlen wollen wir weiter erhöhen. Die tagesaktuelle Debatte auf dem Blog wollen wir ausbauen, bei KONTRA TV neben den klassischen Verbandsberichterstattungen kreativere Formate wie Interviews und Themenclips wieder stärker akzentuieren. Die Social-Media-Aktivitäten auf Facebook, Twitter und Instagram vervollständigen die journalistische Arbeit des KONTRAs. Das KONTRA ist heute die zentrale Diskussionsplattform für alle Meinungen und Mitglieder des Verbandes. Jetzt geht es darum, seine Verankerung und Reichweite noch weiter auszubauen.

Beschluss

angenommen

PDF

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Änderungsanträge zu A-1

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
A-1-88 88 Tübingen

Füge in Z. 88 nach „den Europawahlkampf unterstützen.“ ein: „Um eine möglichst große Öffentlichkeit für die Europawahlen anzusprechen, wollen wir mit den Jungen Europäischen Föderalisten Baden-Württemberg im Rahmen ihrer Europawahlkampagne zusammenarbeiten.“

A-1-144 144 Alb-Donau

Ergänze in Zeile 144:
Dabei wollen wir die erste Veranstaltung dieser Art dazu nutzen junge Frauen künftig an der Zielsetzung und Durchführung unseres Empowermentangebots zu beteiligen. Dazu werden wir gemeinsam Projekte entwickeln und anschließend vor einer Jury präsentieren. Durch diese dezentral umgesetzten Projekte sollen Frauen für die Mitgliedschaft und Mitarbeit bei den Jusos Baden-Württemberg begeistert werden. Der Juso-Landesvorstand wird dazu eine weibliche Jury aus Politik und Gesellschaft benennen und einen entsprechenden Rahmen zur Umsetzung der Projekte bereitstellen.

erfolgt mündlich

Änderungsantrag zu A-1 erstellen

Um einen Änderungsantrag einreichen zu können, benötigt ihr einen Delegiertenzugang für das Konferenzsystem. Dieser wird vom Landesbüro an die Vorsitzenden der einzelnen Kreisverbände versendet. Zum Anmelden müsst ihr das Widget in der rechten Spalte verwenden.