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D-8 Förderung von Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für zukünftige Arbeitswandelprozesse im Kontext der Digitalisierung; zur Weiterleitung an: Juso Bundeskongress, Landesparteitag der SPD Baden-Württemberg, SPD Bundesparteitag

AntragstellerInnen: Stuttgart

Förderung von Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für zukünftige Arbeitswandelprozesse im Kontext der Digitalisierung; zur Weiterleitung an: Juso Bundeskongress, Landesparteitag der SPD Baden-Württemberg, SPD Bundesparteitag

Basierend auf einer von der Universität Oxford veröffentlichten Studie wird zukünftig im Kontext der Digitalisierung nahezu jeder zweite Job wegfallen oder sich in der Tätigkeit verändern[1]. Besonders im Bereich der Industriebeschäftigten inkl. der Rohstoffproduktion sind 70% aller Arbeitsplätze betroffen[2]. Des Weiteren geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, dass jährlich 3% der Bevölkerung ihren Job wechseln. Tendenz steigend[3].
Basierend auf der bereits begonnenen Entwicklung und der damit einhergehenden Veränderung der Arbeitswelt sind Maßnahmen für das nachhaltige Management dieser Veränderung zwingend erforderlich. Besondere Verantwortung trägt hierbei die SPD, die aus ihrer Geschichte als Arbeiter*innenpartei für sich in Anspruch nimmt, die Interessen der Wähler*innen im Industriebereich in besonderem Maße zu vertreten. Die SPD muss deshalb im Rahmen des Erneuerungsprozesses die Veränderung der heutigen Arbeitswelt berücksichtigten und Maßnahmen ergreifen, um soziale Umwälzungen abzufangen.
Wir sehen, dass Menschen immer häufiger ihren Arbeitsplatz wechseln – Teils gewollt, Teils ungewollt. Für uns ist wichtig, dass wir denjenigen, die ungewollt ihren aktuellen Arbeitsplatz verlieren, eine neue Perspektive eröffnen. Problematisch ist allerdings, dass im Zuge der Digitalisierung nicht nur einzelne Arbeitsplätze aufgrund der individuellen Situation eines Betriebs wegfallen, sondern auch ganze Berufsbilder. Dabei ist heute erst ansatzweise abzuschätzen, in welchen Bereichen Arbeitsplätze wegfallen. Daher brauchen wir Maßnahmen, die eine polyvalente Befähigung aller Beschäftigten sicherstellen. Dies hilft auch denen, die sich bewusst, ob aus Karierre-, Familiären- oder anderen Gründen, dafür entscheiden den Arbeitsplatz zu wechseln.
Wir fordern konkret:
1. Die wöchentlich Arbeitszeit wird auf 90% der Arbeitszeit reduziert. 10% der restlichen Arbeitszeit soll für inner- und außerbetriebliche Weiterbildungsveranstaltungen in Kooperation mit den jeweiligen Kammern, den Berufsschulen und den Gewerkschaften investiert werden. Die Gehälter bleiben dabei unangetastet.
2. Die Koordination der Weiterbildungsinitiative sollen die Kammern unter Aufsicht der Gewerkschaften übernehmen. Besonders ist hierbei auf eine zielgerichtete Gestaltung aller zu absolvierenden Weiterbildungsmaßnahmen zu achten. Deren Gestaltung könnte an die Struktur der seit Jahrzehnten etablierten dualen Berufsausbildung angelehnt werden, die ein positives Beispiel bietet.
3. Die Schaffung eines Arbeitsmarktes, der Arbeitnehmer*innen, die aufgrund ihrer Qualifikation oder ihres Alters, insbesondere im Kontext der Digitalisierung, keine Anstellung mehr finden, eine neue Struktur garantiert und damit eine Arbeitsgarantie schafft, welche sogleich Zukunfts- und Rentensicherheitsbedürfnisse der Menschen aufgreift.
4. Es muss eine Analyse der zu erwartenden Entwicklungen vom Wandel der in einer genderspezifischen Perspektive und die Entwicklung der entsprechenden Maßnahmen, die ein Ungleichgewicht der Geschlechter bewirken, erfolgen.

Beschluss

komplizierter Status

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Änderungsanträge zu D-8

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
D-8-1 - 18 1 - 18 Mannheim

Versetze Z. 1 bis 18 in Begründung

D-8-1 1 Heidelberg

Streiche bis “zukünftig“

D-8-1 1 Ostalb

Verschiebe Z.1 bis Z. 18 in die Begründung

D-8-1-11 1-11 Göppingen

Verschiebe in Begründung

D-8-20 - 22 20 - 22 Mannheim

Ersetze Z. 20 bis 22 durch:
Die bestehenden Regelungen des Bildungszeitgesetzes sollen durch spezielle „Digitalisierungszeit“ Regelungen ergänzt werden. Danach sollen Arbeitnehmer speziell für die Herausforderungen der Digitalisierung geschult und weitergebildet werden. In neuen Digitalisierungszentren, die durch die Arbeitgeber mitfinanziert werden, sollen die Weiterbildungsmaßnahmen qualifiziert und anhand anerkannter Standards vollzogen werden. Auch die für den jeweiligen Arbeitsplatz spezifizierte Weiterbildung durch den Arbeitgeber soll unterstützt werden. Der Freistellungsanspruch für diese Digitalisierungszeit muss in angemessenem Rahmen angepasst werden.

Die Senkung der Arbeitszeit auf 90% bei einem gleichbleibenden Lohn und die gleichzeitig vom Arbeitgeber finanzierten Fortbildungsmaßnahmen sind kaum umsetzbar und unwirtschaftlich. Wir schlagen eine realistischere und gerechtere Lösung vor, die nachhaltig ArbeitnehmerInnen wie ArbeitgeberInnen zufrieden stellen kann.
D-8-20 20 Ostalb

Streiche Z. 20 – Z.22

D-8-20-22 20-22 Ludwigsburg

Ersetze Z. 20-22 durch “1. Die Schaffung von steuerlichen Anreizen für betriebliche Weiterbildung.“

D-8-20-22 20-22 Zollernalb

Streiche Zeile 20-22

D-8-20-22 20-22 Konstanz

Ersetze Z20 “Die“ bis Z22 “unangetastet“ durch “1. Eine verstärkte Nutzung und Ausbau des Bildungszeitgesetzes um alle Berufsbilder entsprechend des Bedarfs zu fördern. Dabei müssen auch die Gewerkschaften, Kammern und Berufschulen eingebunden werden“

D-8-20&23 20&23 Emmendingen

Nach “die wöchentliche Arbeitszeit wird“ in Zeile 20 einfügen von “in Betrieben ab 250 Beschäftigten“.

Streichung von “Gewerkschaften“ in Zeile 23.

erfolgt mündlich.
D-8-23 23 Mannheim

Ersetze „Gewerkschaften“ durch „Tarifparteien“

In diesem Fall sind nicht die Gewerkschaften zuständig.
D-8-27 - 33 27 - 33 Mannheim

Streiche Z. 27 bis 33

3. Die Forderung eines neuen Arbeitsmarktes, gerade im Hinblick der Digitalisierung, in ein paar Zeilen ist nicht der Anspruch den wir Jusos an uns selbst haben sollten! Diesem Thema kommt nur eigener Antrag gerecht. 4. Außer der Tatsache, dass uns nicht direkt klar war inwiefern die Digitalisierung eine Verstärkung der Geschlechtsungleichheiten bewirken soll, liegt uns das Thema Gleichstellung natürlich auch am Herzen. Es mit ein paar (schwer verständlichen) Zeilen am Ende eines Antrages einzubringen, welcher thematisch nicht zu diesem so wichtigen Thema passt kommt nicht der Stellung gerecht die wir diesem Thema einräumen sollten.

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