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B-2 Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 zulassen; zur Weiterleitung an: SPD-Landesparteitag

AntragstellerInnen: NeckarOdenwald gemeinsam mit Bodensee

Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 zulassen; zur Weiterleitung an: SPD-Landesparteitag

Sozialdemokratische Bildungspolitik hat stets den einzelnen Menschen im Blick. Eine individuelle Förderung, die kein Kind zurücklässt, die jeder Schülerin und jedem Schüler die Möglichkeit zur optimalen Entfaltung bietet und die unterschiedliche Herkunft nicht als Gefahr, sondern als Chance begreift – das war und ist unser Anspruch!
Aus diesem Grund haben wir als Teil der letzten Landesregierung die Gemeinschaftsschule eingeführt, die Kürzung von 11.400 LehrerInnenstellen verhindert und die Ganztagsschulen massiv ausgebaut. Uns geht es bei der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg nicht um Schnelligkeit und Angepasstheit, teilweise in Verbindung mit massiven Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit, sondern um die Entwicklung von kreativen, kritisch denkenden und gut ausgebildeten jungen Menschen.
So stellen wir heute fest, dass die 2004 von der CDU/FDP-Regierung auf Druck der Arbeitgeber eingeführte Verkürzung der Lernzeit auf acht Jahre krachend gescheitert ist. Dies zeigen nicht nur Zahlen aus Baden-Württemberg, wo sich an den G9-Modellschulen des Landes ca. 92% der Schülerinnen und Schüler für das neunjährige Gymnasium entscheiden, sondern auch die politischen Entscheidungen aus anderen Bundesländern wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein, die fast ausnahmslos zu G9 zurückkehren.
Unser bildungspolitisches Leitziel bleibt das längere gemeinsame Lernen und damit die flächendeckende Einführung gymnasialer Oberstufen an Gemeinschaftsschulen. Die Entscheidung der grün-schwarzen Landesregierung, für nur zehn der knapp 300 Gemeinschaftsschulen mit einer gymnasialen Oberstufe Genehmigungen zu erteilen, statt verlässliche Kriterien für die Zulassung weiterer Oberstufen zu entwickeln, macht dies jedoch vorerst unmöglich. Auch zeigen aktuelle Übergangsquoten, dass dies mittelfristig nicht realistisch ist. Es widerspricht daher unserem bildungspolitischen Verständnis, Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit dem Druckmittel G9 auf Kosten der Schülerinnen und Schüler gegeneinander auszuspielen, wie dies die aktuelle Landesregierung tut.
Die Gemeinschaftsschule verfügt– aus gutem Grund – über ein anderes pädagogisches Konzept, das auf längeres gemeinsames Lernen, individuelle Förderung und stärkere Heterogenität setzt. Dies wird von vielen Schülerinnen und Schülern und deren Eltern geschätzt. Gleichwohl respektieren wir die Entscheidung aller Eltern und Kinder, die eine andere Schulart wählen möchten. Diesen dürfen wir den Wunsch nach einer längeren Schulzeit nicht verwehren. Die Rückkehr zur neunjährigen Schulbildung ermöglicht eine stärkere individuelle Förderung, eine geringere schulische Belastung durch weniger Wochenstunden und mehr Zeit für ehrenamtliches Engagement oder sportliche Betätigung in Vereinen.
Nicht umsonst forderten in den vergangenen Jahren Eltern und Schüler in zahlreiche Petitionen mit zehntausenden Unterschriften vom Kultusministerium, die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 auch an den Gymnasien wieder zuzulassen.
Jusos und SPD Baden-Württemberg setzten sich daher für eine Wahlmöglichkeit zwischen dem achtjährigen und dem neunjährigen Bildungsgang für alle Gymnasien in Baden-Württemberg ein. Hierbei soll von den Schulen vor Ort in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Schulträgern entschieden werden können, welche Bildungsgänge sie anbieten möchten. Ziel dieser Reform muss es sein, dass alle Kinder und deren Eltern in Baden-Württemberg zwischen G8 und G9 – auch an allgemeinbildenden Gymnasien wählen können.

Beschluss

angenommen

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Änderungsanträge zu B-2

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
B-2-31-38 31-38 Freudenstadt

Streichung der Zeilen 31-38 und ersetzen mit: “ Deshalb fordern wir die Abschaffung der G8-Gymnasien, da so mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder bleibt und sie nicht als Jugendliche schon unter permanenten Leistungsdruck stehen. Ziel muss es sein, dass alle Kinder und deren Eltern in Baden-Württemberg ein Gleichgewicht zwischen zu erbringender Leistung und individueller Förderung haben.

Bei Bewerbungen zweier Schüler*innen auf einen Ausbildungsplatz mit gleichen Noten jedoch unterschiedlicher Schulart (G8 oder G9) bekommt stets der/die Schüler*in mit G8 vorrang. Außerdem ist das G8 eine enorme psychische Belastung für alle Schüler*innen und konnte auch dem Mangel an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt nicht gerecht werden. Wir müssen den Jugendlichen Ihren Raum zur Entwicklung geben.
B-2-31-38 31-38 Freudenstadt

Streichung der Zeilen 31-38 und ersetzen mit: “ Deshalb fordern wir die Abschaffung der G8-Gymnasien, da so mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder bleibt und sie nicht als Jugendliche schon unter permanenten Leistungsdruck stehen. Ziel muss es sein, dass alle Kinder und deren Eltern in Baden-Württemberg ein Gleichgewicht zwischen zu erbringender Leistung und individueller Förderung haben.

Bei Bewerbungen zweier Schüler*innen auf einen Ausbildungsplatz mit gleichen Noten jedoch unterschiedlicher Schulart (G8 oder G9) bekommt stets der/die Schüler*in mit G8 vorrang. Außerdem ist das G8 eine enorme psychische Belastung für alle Schüler*innen und konnte auch dem Mangel an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt nicht gerecht werden. Wir müssen den Jugendlichen Ihren Raum zur Entwicklung geben.

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